Was bedeutet Freiheit überhaupt — das Fehlen von Zwang, die Möglichkeit zu wählen, oder etwas Tieferes? Mit der einfach klingenden Frage „Bin ich eigentlich frei?“ hat sich ein Kurs aus dem Jahrgang 10 im Schuljahr 2024/25 auseinandergesetzt. In materialgestüztzer, aber dennoch freier Erarbeitung haben sich die Lernenden mehrere Wochen mit dem Begriff der Freiheit auseinandergesetzt, wobei sich eine ganze Welt von Fragen dabei eröffnet hat: frei von wem, frei wozu, und frei in welchem Sinn? Und so viele Fragen mehr lassen sich zu dem Begriff stellen. Aber es wollten auch Antworten gefunden werden.
Exemplarisch sind hier vier Essays zu lesen, die sich auf verschiedene Weise dem Begriff der Freiheit nähern.
Viele Menschen leben nach ihrem eigenen Willen, handeln wie sie wollen und nehmen meist keine Rücksicht auf ihr Umfeld. Sie handeln frei. Sie gehen auf Reisen, kaufen sich was sie wollen und müssen dabei keine Rechenschaft abgeben. Die Frage nach der Freiheit ist von großer Bedeutung und beschäftigt eine große Anzahl an Menschen, denn sie kann nicht richtig oder falsch beantwortet werden. Jede Person interpretiert unterschiedliches in den Begriff „Freiheit“. Das Essay beschränkt sich dabei darauf, wann man endgültig frei ist, und ob und welche Bedingungen erfüllt werden müssen. In diesem Essay will ich aber auch das Thema Rassismus und Glaubensfreiheit behandeln, denn ich finde, dass der Rassismus heutzutage toleranter behandelt wird, als wir es in diesem Jahrhundert und nach so vielen Vorfällen in der Weltgeschichte erwarten würden.
Um die Frage, wann man genau frei ist, zu beantworten, müssen wir erst wissen, was Freiheit grundsätzlich bedeutet. Freiheit (lat. libertas) ist die Möglichkeit, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Optionen auszuwählen und entscheiden zu können. Die Religions- bzw. Glaubensfreiheit ist im vierten Artikel des Grundgesetzes hinterlegt und besagt, dass die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses unverletzlich ist. Laut diesem Gesetz darf man also an alles glauben, was man will, und wird dabei nicht eingeschränkt, die ungestörte Religionsausübung wird laut Artikel 4 Absatz 2 des deutschen Grundgesetzes sogar gewährleistet. In der Ausführung ist dies leider nicht so einfach und wird auch nicht so leicht gehandhabt.
Aus philosophischer, aber auch politischer Sicht gibt es schon seit mehreren Jahrhunderten die Unterscheidung zwischen positiver und negativer Freiheit. In der Handlungsfreiheit redet man von etwas negativem, wenn die gewollte Handlung der Gemeinschaft schaden könnte. Sei es also ein Diebstahl oder ein Mord, solche Handlungen werden von aus rechtlicher Sicht gehindert, jedoch nur theoretisch gesehen. Es wird eine Konsequenz für die Straftat angegeben, die viele Menschen einschüchtert, doch trotzdem gibt es Fälle, in denen sich Personen bewusst dazu entscheiden, eine Straftat zu begehen.
Aber wann sind wir jetzt eigentlich frei? Wenn wir tun können, was wir wollen, oder an das glauben, was wir wollen? Oder wenn wir unabhängig von äußeren Bedingungen sind? Ich finde nicht. Natürlich gibt es die eine oder andere Situation, in der man völlig unabhängig von allem sein will und alles alleine entscheiden will.
Trotzdem denke ich, dass Unabhängigkeit, oder nicht an etwas gebunden zu sein, nicht immer zur Freiheit beiträgt. Denn alle Menschen sind in irgendeiner Form an etwas oder jemanden gebunden. Beispielsweise an unsere Familie oder unsere Freunde. Wir alle haben emotionale Bindungen zu Menschen oder Objekten, die uns etwas bedeuten, weil wir uns bewusst dafür entscheiden. Wenn wir einen Menschen zum Beispiel nicht mögen, bauen wir keine Bindung zu ihnen auf. Wir entscheiden uns bewusst, mit wem oder was wir eine Bindung haben wollen. Und weil wir uns frei entscheiden, zu wem wir uns emotional binden, finde ich nicht, dass eine Gebundenheit die Freiheit des Menschen einschränkt. Trotzdem könnte eingewendet werden, dass wir uns in manchen Situationen von unseren Bindungen beeinflussen lassen könnten. Beispielsweise wenn mich meine Mutter bittet, den Müll rauszubringen oder mein Zimmer aufzuräumen. Ich will diese Handlung in dem Moment vielleicht nicht durchführen, wird meine Freiheit also eingeschränkt? Nein, denn wie oben schon beschrieben, haben wir zu bestimmten Personen bewusste emotionale Bindungen, die wir bewusst aufbauen und während wir diese Bindungen aufbauen, lassen wir uns auf bestimmte Konsequenzen ein, die im ersten Moment selbstverständlich erscheinen und für uns keine Probleme darstellen. Wenn es aber darauf ankommt, jemandem ein Gefallen zu tun, gefällt es uns meistens nicht. Dennoch wird unsere Freiheit nicht eingeschränkt, denn der Philosoph Jean-Jacques Rosseau sagt: „Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern dass er nicht tun muss, was er nicht will.“ Er gibt der Menschheit die freie Wahl und lässt sie mit ihrer eigenen Willenskraft bestimmte Sachen ablehnen. Man sollte nicht nur Entscheidungen treffen dürfen, sondern sie gegebenenfalls auch ablehnen dürfen. Denn wenn man nur die Möglichkeit bekommt, sich für, und nicht gegen etwas zu Entscheiden, hat man nach Rosseau nur die „halbe“ Freiheit, weil es nicht zur Definition der Willensfreiheit passt, die für Rousseau ausschlaggebend ist. Daraus ist also zu schließen, dass wir nicht alles tun müssen, was unsere Eltern uns sagen. Wir machen es natürlich trotzdem, weil wir gute Kinder sind…
Gibt es Bedingungen, die erfüllt werden müssen, um frei zu sein, oder mindestens von anderen frei genannt zu werden? Muss ich beispielsweise zu einer bestimmten Gruppe gehören, um mich in der Gesellschaft frei zu bewegen und anerkannt zu werden? In unserer Gesellschaft gibt es Menschen, die denken, sie seien anderen überlegen, weil sie eine andere Abstammung haben als andere. Der Begriff „Rassismus“ ist hier eine sehr passende Überschrift. Viele Menschen müssen täglich mit verletzenden Aussagen, blicken und Aktionen kämpfen, einfach nur weil sie einen Migrationshintergrund, eine andere Glaubensrichtung oder sexuelle Orientierung haben. Meine Hautfarbe oder meine Religion sollte mich in den Augen anderer nicht kleiner, oder eine Zielscheibe für den innerlichen Frust anderer machen. Ich bin nämlich kein Papier, was man nach belieben zerknittern und zerreißen kann, um es im Anschluss einfach wieder glattzustreichen. Ich möchte mich in der Stadt oder in einem Restaurant frei, und nicht beobachtet fühlen, nur weil ich anders bin oder andere Ansichten vertrete. Meine Freiheit sollte nicht von bestimmten Personen eingeschränkt werden, nur weil sie ein bestimmtes Merkmal an mir nicht mögen. Der vierte Artikel des deutschen Grundgesetzes gibt jedem Bürger und jeder Bürgerin in Deutschland das Recht, an das zu glauben, was er oder sie will. Warum können mir dann Menschen, die kein Mitspracherecht haben mir meine Freiheit „verbieten“? Sind es in Wirklichkeit sie, die frei sind, weil sie sich nicht einmal an das Grundgesetz halten? Sind es nicht die Vorurteile und der Hass, den sie in sich tragen, die ihnen ihre innerliche Freiheit entzieht? Sind es nicht die Menschen, welche andere verurteilen, die innerlich in ihren Urteilen gefangen sind und sind es nicht solche Menschen, die ihr Leben in einer „Kapsel“ verbringen und sich weigern, andere Perspektiven zu sehen? Wäre die Welt nicht ein viel besserer Ort, wenn jeder jeden tolerieren würde? Ich rede hier nicht einmal von Akzeptanz, denn mir ist bewusst, dass manches für manche nicht akzeptabel ist, und dass finde ich auch in Ordnung, denn genau da liegt unsere Freiheit. Alle auf dieser Welt haben das Recht, Akzeptanz für etwas zu zeigen, oder im Gegenteil, es nicht zu tun. Wären wir aber nicht alle freier, wenn wir uns gegenseitig tolerieren würden?
Der Rassismus ist aber nicht nur unter bestimmten Gruppen ein Thema, sondern auch in gesellschaftlichen Strukturen. In vielen Bereichen des Lebens ist der Rassismus eingebettet, sei es im Arbeitsmarkt, Wohnungsmarkt oder Rechtssystem, Menschen erden aufgrund ihrer „Rasse“ benachteiligt. Genau diese Benachteiligungen verringern die gesellschaftliche Freiheit für betroffene Gruppen. Und so entstehen auch Systeme, in denen die Chancen nicht für alle gleich sind. Rassismus stellt eine Bedrohung für die Gleichheit einer gesellschaftlichen Anerkennung und dem Schutz der Rechte dar, indem er Menschen aufgrund ihrer Herkunft von diesen Rechten ausschließt. Ich habe oben von Toleranz gesprochen, aber eine Gesellschaft, die Rassismus toleriert, kann meiner Meinung nach nicht von wahrer Freiheit sprechen, weil die Freiheit nicht an alle Menschen gleich verteilt ist.
Anschließend möchte ich sagen, dass ich finde, dass das Prinzip der Freiheit durch den Rassismus eingeschränkt wird. Möglichkeiten bestimmter Gruppen werden eingeschränkt, was gegen eine freie und gerechte Gesellschaft spricht. Persönliche Erfahrungen sagen mir, dass man im Alltag, sowie auch psychisch durch Rassismus und Diskriminierung eingeschränkt wird. Verletzende und diskriminierende Aussagen fremder Menschen können einen stärker verletzen, als man es vielleicht annehmen würde. Nach einer Zeit wird man in der eigenen Unsicherheit gefangen und hinterfragt jedes einzelne Wort. Man kann nicht mehr klar und rational denken, und manche trauen sich vielleicht nicht mehr, rauszugehen oder andere soziale Aktivitäten auszuüben, mit der Angst, man könnte diskriminiert oder verurteilt werden. Ich könnte beispielsweise von einer persönlichen Erfahrung berichten, dass man nicht so unbekümmert ist, wie es vielleicht auf der Straße aussehen mag. Denn hinter den Kulissen sieht alles nochmal ganz anders aus. Ich selber hatte Zeiten, in denen es sehr schwer für mich war, rauszugehen oder mich in meinem Aussehen unwohl gefühlt habe, denn ich trage ein Kopftuch. Mein Grund mag vielleicht sehr simpel klingen, denn er ist es auch, aber für manche stellt mein Kopftuch oder meine Religion, die ich damit vertrete und vermittle, eine sehr große Bedrohung dar. Manche Menschen fühlen sich dermaßen gestört von meiner Religion oder von meinem Kopftuch, dass sie das Recht in sich sehen, mich auf offener Straße mit ihren Vorurteilen und Beleidigungen anzugreifen. Dadurch wird meine Glaubensfreiheit im vierten Artikel des Grundgesetzes offensichtlich angegriffen und sie will eingeschränkt werden, trotzdem wird nicht gegen solche Menschen vorgegangen.
Bin ich also als eine Person mit Kopftuch weniger frei als andere?
Melek-Müberra
Quellen:
In einer Welt, in der Freiheit normalerweise eine wichtige Rolle spielen sollte, ich frage mich oft, ob man überhaupt die Erlaubnis hat, Dinge anders zu tun, als sie normalerweise gemacht werden. Diese Freiheit, die es uns ermöglicht, unsere innersten Wünsche und Überzeugungen auszudrücken, ist ein Recht unseres Daseins, für das Menschen sogar ihr Leben riskieren. Doch was bedeutet es überhaupt, frei denken und handeln zu dürfen? In diesem Essay möchte ich erörtern wie Freiheit unser tägliches Leben beeinflusst und welche Herausforderungen sie mit sich bringt.
Um die Bedeutung der Freiheit so umfangreich wie möglich zu verstehen, ist es wichtig, vielfältige Aspekte zu berücksichtigen. Zunächst einmal spielen die drei wichtigsten Begriffe für „Freiheit“, eine entscheidende Rolle, die sich um die Handlungsfreiheit handeln, um den Begriff zu verstehen. In dem Philosophie ermöglicht uns, die Fähigkeit zu haben Entscheidungen unabhängig von äußeren Zwängen zu treffen. Das heißt, man ist frei seine eigene Meinung zu vertreten und dass man Magazin werden die drei Begriffe erläutert. Die Metaphysische Freiheit auch anders handeln könnte, wenn man das selber so will. Während die Moralische Freiheit Immanuel Kants Auffassung widerspiegelt. In der Moralischen Freiheit ist es wichtig, dass ein freies Wesen in der Lage sein kann, zwischen Gut und Böse wählen zu können. In einer Dokumentation über Immanuel Kant wird verdeutlicht, wie er über die Freiheit denkt, er verdeutlicht, dass kein Gott entscheidet, ob wir gut oder böse sein wollen, dass entscheiden wir nur selbst. Außerdem sagt er, was den Menschen führt ist das moralisch Richtige zu tun, dies ist das Gefühl der Achtung. Das Gefühl der Achtung vor einem anderen Menschen ist unsere freie Entscheidung und hilft uns niemanden zu verletzen. Zusätzlich müssen moralische Entscheidungen aus freiem Willen heraus getroffen werden. In seiner Menschheits-Zweck-Formel zitiert Kant über die Vernunft in Freiheit: „Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst.“, daher ist zu entnehmen, dass wir Menschen nie nur als Mittel zum Zweck benutzen dürfen, sondern als Zweck sich selbst zu respektieren. Dies hängt auch mit Freiheit zusammen, da echte Freiheit nur dann existiert, wenn jeder die Möglichkeit hat, selbstständige Ziele und Entscheidungen zu verfolgen. Zusammenfassend kann man sagen, dass die moralische Freiheit nach Kant eine wichtige Rolle in unserem Verständnis von individueller Freiheit spielt. Im Weiteren wird „Freiheit“ auch als ein politischer Begriff betrachtet, die Beziehung zwischen dem Individuum und dem Staat beschreibt. „Der freie Bürger steht den Sklaven gegenüber.“ (Philosophie Magazin) auswertend beschreibt der Satz, dass freie Bürger die Rechte und Freiheiten haben, während der Sklave unterdrückt und unfrei ist. Als Begriff lässt sich außerdem sagen, dass man Verantwortung übernehmen muss, um seine Freiheit selbst zu schützen. Die persönliche Freiheit endet also dort, wo die Freiheit einer Person eingeschränkt wird. Jean-Jacques Rousseau zitiert: „Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern dass er nicht tun muss, was er nicht will.“. Anders als die Gedanken ist man beim „Machen“ nicht ganz frei, da man beim Tun, das widerspiegelt, was man denkt. Rousseau verdeutlicht, dass wahre Freiheit nicht darin besteht alles tun zu können, was man will. Echte Freiheit bedeutet, die Kontrolle über das eigene Leben zu haben und Entscheidungen mit den eigenen Werten zu treffen. Will Durant unterstützt Rousseaus Zitat mit seinem eigenen Zitat: „Die Feststellung wir seien frei, bedeutet nur, dass wir wissen, was wir tun.“. Daraus ist zu entnehmen, dass Freiheit eng mit dem Bewusstsein über unsere Handlungen verbunden ist. Beide Zitate unterstützen die gleiche Meinung. Echte Freiheit bedeutet also, dass man weiß, was man tut und welche Konsequenzen das mit sich bringt. Freiheit hat dementsprechend auch etwas mit unseren Bedürfnissen und Handlungen zu tun. Sie zeigen einem, was ein Mensch denkt, indem er es tut. Das Gegenteil der Taten sind die Gedanken, da Gedanken nur in dem Inneren stattfinden und sie nicht direkt ausgeführt werden können.
Wir gehen oft davon aus, dass unsere Gedanken vollkommen frei sind. Doch inwiefern können wir wirklich von äußeren Einflüssen befreit denken? Sind unsere Gedanken wirklich so unabhängig, wie wir glauben? Unsere Gedanken sind unkontrollierbar und können nicht erraten werden. Wir können frei denken und frei träumen. Niemand kann uns davon abhalten. Außerdem sind unsere Gedanken flüchtig und können vorbei fliehen. Das deutsche Volkslied aus dem frühen 19. Jahrhundert wird gesagt, dass jeder denken darf, was man will, dies sei unsere innere Freiheit und unser Recht. Ein Moment der freien Gedanken ist zum Beispiel eine geliebte Person in seinem Leben zu haben. Selbst in einem engen Raum sind die Gedanken frei. In unseren Gedanken können wir jede Menge Fantasie rein investieren und die dann in unseren Gedanken erleben. Gedankenfreiheit ermöglicht es uns glücklich zu sein und unabhängig von äußeren Umständen zu sein. Gedanken können Spaß machen, aber man darf sich nicht zu sehr in die Gedanken hineinversetzen. Im Endeffekt sind es nur Gedanken, die ausgedacht werden. Man kann sich alles in seinen Gedanken wünschen, jedoch bleibt es bei der Realität die eventuell ganz anders als seine Gedanken aussehen können. Man stellt sich eher die Dinge vor, die für einen unerreichbar klingen. Gedanken sind wie Träume, die man eventuell erreichen möchte!
Doch neben dem Gedanken und Träume findet man heutzutage tatsächlich auch Orte, die die Unfreiheit widerspiegelt, wo man keine freien Gedanken haben kann, und keine Taten umsetzten kann. Beispielsweise sind die Tiere im Zoo so unfrei, dass sie in Käfigen eingesperrt werden. Durch die Beschäftigungslosigkeit der Tiere haben sie knapp zu gar keinen Aktivitäten, die sie durchführen können. Sie können kaum ihre Gedanken freilassen und sich weitere Erfahrungen sammeln. Ganz anders werden Menschen beim Einsperren von Tieren nicht bestraft, während Menschen laut des Strafgesetzbuchs eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft werden, wenn sie anderen Menschen die Freiheit berauben. Im Zoo fehlen den Tieren natürliche Reize, sie verändern Landschaften und durch den Besuchermassen können sich die Tiere gestört und eingeengt fühlen. In dem Bericht Kantianismus für Tiere wird Immanuel Kants Meinung zu Tieren deutlich dargestellt. Wer Tiere mag, vertretet nicht die gleiche Meinung wie Kant. Er vertrat die Stellung, dass wir gegenüber Tieren keine Pflichten haben und ihnen keine Achtung schulden. Laut Kant haben Tiere weder Rechte noch Würde. Ich vertrete die Meinung, dass jedes Lebewesen wertvoll ist, unabhängig von der Spezies, Geschlecht oder Hautfarbe. Meiner Ansicht nach sollten Tiere das Recht haben ebenfalls frei leben zu dürfen. Natürlich entscheidet jeder Mensch selbst über das Essen von Fleisch, doch das Tier sollte wenigstens mal die Möglichkeit gehabt haben, den blauen Himmel gesehen zu haben, anstatt in einem 1 qm Stall eingesperrt zu sein. Freiheit ist wie ein Vogel, der sich frei am Himmel bewegt, ohne Grenzen oder Einschränkungen.
Doch wenn ich freier bin als andere Lebewesen, wie präsentiere ich die Freiheit? Künstlerische Freiheit bezeichnet die Möglichkeit von Künstlern, ihre Malereien ohne äußere Einschränkungen oder Vorgaben darzustellen. Durch das freie äußern der Emotionen und Gedanken haben Künstler eine gewisse Ausdrucksfreiheit. Die Künstlerische Freiheit ermöglicht es, unterschiedliche Perspektiven und Kulturen zu reflektieren, was bei vielen nicht gelingt. Aristoteles sah die Kunst als eine Gelegenheit zur seelischen Reinigung. Er erkannte den Wert der Kunst, um moralische und ethische Werte zu fördern. Theodor W. Adorno kritisierte die Kunstindustrie. Für ihn war künstlerische Freiheit ein Mittel des Widerstands. Platon unterstützt die negative Meinung zur Kunst. Er sei der Meinung, Kunst sei eine Nachahmung der Wirklichkeit und stand ihr skeptisch gegenüber. Er sei der Meinung, dass Kunst Emotionen manipulieren können. Für ihn war Künstlerische Freiheit eher begrenzt. Meiner Meinung nach hilft Kunst einem sehr, indem man seine Gefühle, Gedanken und positive sowie negative Erfahrungen reininterpretieren kann. Natürlich kann man seine Freiheit auch anders umsetzen wie zum Beispiel durch das Schreiben, aber ich bin der Meinung das man nichts erklären muss, um zu zeigen, wie frei man selbst eigentlich ist. Stellen wir uns vor, Freiheit wäre ein Gemälde, das jeder Mensch nach seinen eigenen Vorstellungen gestaltet. Dann würde das Bild individuelle Farben und Formen haben, da jeder Mensch eine andere Vorstellung von Freiheit in Kunst hat.
Freiheit ist DEIN Recht, man selbst hat das Recht zu wählen, wie man selbst leben möchte. Freiheit heißt auch, dass man ohne Diskriminierung aufgrund von Geschlecht das Recht hat frei zu leben. Leider gibt es weltweit Beispiele, wo Frauen in ihrem Leben unterdrückt werden und ihr Leben nicht frei leben können. Ich selbst habe schon häufig mitbekommen, wie diskriminierend Frauen in der Gesellschaft behandelt werden. Häufig sind Frauen Opfer von sexuellen Belästigungen, was ihre persönliche Freiheit Stark einschränkt. Ein weiteres Beispiel wäre das Recht auf Bildung. In einigen Ländern haben Mädchen kein Recht auf Bildung, um sie in Rollen als Ehefrau oder Mutter zu erziehen. Oft wird auch gesagt, dass der Mann das Geld nach Hause bringt, während die Frau schön aussieht und sich um den Haushalt und den Kindern kümmert. Doch ich finde, dass das sehr diskriminierend und beleidigend klingt. Mädchen und Frauen haben das gleiche Recht auf die gleichen Dinge. Nur weil damals Frauen stereotypisch am Herd standen, heiß das lange nicht das heutzutage eine Frau am Herd stehen MUSS. Männer können genauso in der Küche stehen oder sich um den Haushalt kümmern! Zusätzlich möchte ich erwähnen, dass ich selbst oft Vergleiche wie zum Beispiel „Du bist ein Mädchen, dass machen Mädchen nicht!“ gehört bekomme. Ein Satz wie dieser hat mich oft zum Zweifeln gebracht und ich habe mich nach so einem Satz nicht sicher gefühlt, ob ich nun machen kann, was ich möchte oder mich einfach anpassen sollte. Aber ich bin davon ausgegangen, dass man soll sein Leben leben.
Doch was bedeutet überhaupt ,,Das Leben zu leben‘‘? In dem Werk „Also sprach Zarathustra“ von Friedrich Nietzsche wird erläutert, dass der Satz ,,Das Leben leben‘‘ nicht nur bedeutet, dass man seine Ereignisse nur durchgeführt, hat, um sie endlich gemacht zu haben, es bedeutet eher bewusst es zu erleben. Es bedeutet zu erkennen, dass das Leben nicht immer gerecht oder leicht ist, es bedeutet aus Fehlern zu lernen und das durchzuführen worauf man selber Lust zu hat.
Hieraus ergibt sich, dass Freiheit individuelle Bedeutungen hat. Freiheit und die Unfreiheit sind in vielen Situationen sichtbar. Man selbst hat nie die Ahnung, ob man selbst frei ist oder nicht, da man sich mit vielen Lebewesen beziehungsweise Tatsachen vergleich kann. Die Sicht „man sei freier als andere…“ kann stimmen, wenn man weiß, wo man sich selbst freier sieht. In diesem Essay lässt sich also sagen, dass Freiheit die Fähigkeit, Entscheidungen unabhängig zu treffen, umfasst. Freiheit ist nicht nur ein individueller Zustand, sondern auch ein politisches und gesellschaftliches Ideal, das mit Respekt und Verantwortung verbunden ist. Außerdem zeigt sich, dass wahre Freiheit nicht nur in Gedanken und Kommunikationen, sondern auch in den Taten und der Art und Weise, wie wir unser Leben richtig erleben. Wichtig ist für mich, dass wir alle die Freiheit aller Menschen respektieren und die wahre Freiheit für alle möglich ist.
Kritstina
Quellen:
Die Frage, ob der Mensch frei ist, ist von großem Interesse, da es viele Menschen interessiert, ob sie ihr Leben frei gestalten können oder ob sie in ihren Entscheidungen eingeschränkt sind. Wenn man diese Frage von außen betrachtet, denkt man, dass es eine einfache Frage ist, welche man in einem Satz beantworten kann. Doch dies ist nicht so. Aus diesem Grund werde ich mich mit dieser Frage in diesem Essay beschäftigen. Dabei werden wir uns beide Seiten und auch die Meinung von einem bekannten Philosophen angucken, um am Ende zu einem Schluss zu kommen.
Wir leben aktuell in einem digitalen Zeitalter, wo die künstliche Intelligenz eine entscheidende Rolle spielt. Viele Personen benutzen ChatGPT, um schnelle Antworten auf ihre Fragen zu bekommen. Doch was hat ChatGPT mit dem Thema Freiheit bei uns Menschen zu tun? Ich habe mich dafür interessiert, wie ChatGPTs Meinung zu diesem Thema aussieht. Denkt er, dass wir Menschen frei sind? Auf die Frage, was Freiheit für ihn bedeutet, antwortete es: „Freiheit ist für mich das Recht, selbstbestimmt zu leben, Entscheidungen zu treffen und seine eigenen Ziele zu verfolgen, ohne von äußeren Zwängen oder Unterdrückung eingeschränkt zu werden. Sie bedeutet aber auch Verantwortung – für sich selbst und für die Gemeinschaft. Freiheit kann nicht nur individuell, sondern auch im gesellschaftlichen Kontext verstanden werden, wo der Respekt vor anderen die Grundlage ist. Letztlich ist sie ein ständig zu schützendes Gut, das in verschiedenen Formen immer wieder neu definiert wird.“ Wenn man sich mit seiner Antwort beschäftigt, fällt einem auf, dass ChatGPT nur auf die beeinflussbare Freiheit eingeht, das heißt er fokussiert sich auf die Sachen, die man mit dem bereits vorhandenen Gesetz machen kann. Allgemein geht er gar nicht auf das Gesetz ein. Dadurch kann man sich denken, dass ChatGPT der Meinung ist, dass wir mit den ganzen Gesetzen immer noch frei sein können, indem wir z.B. selbstbestimmt leben. Er ist auch der Meinung, dass es uns vor Sachen schützen kann, da wir unsere eigene Position immer vertreten und uns niemanden anschließen müssen, wenn wir den Mut haben, ein freies Leben zu führen. Außerdem ist er davon überzeugt, dass der Begriff Freiheit immer wieder neu definiert werden kann, da sie sich durch äußere Faktoren verändern kann, z.B. durch ein neues Gesetz.
Ich möchte euch die Definition von Freiheit zeigen, damit ihr wisst, auf welcher Grundlage dieses Essay verfasst wurde und ihr auch die wissenschaftliche Perspektive von Freiheit vor Augen habt. Freiheit bedeutet, dass man frei vongesellschaftlichem Zwang oder persönlichen Zwang handeln kann. Dies können wir auch in ChatGPTs Meinungsäußerung wiederfinden. Doch was bedeutet es, ohne gesellschaftlichen oder persönlichen Zwang zu leben? Die allgemeine Bedeutung von Zwang ist, dass man von äußerlichen Faktoren, wie z.B. anderen Menschen, beeinflusst wird, etwas machen zu müssen. Ein Beispiel dafür wäre, wenn alle meine Freunde Bürger essen gehen wollen, aber ich Pizza essen gehen möchte, muss ich mich meinen Freunden anschließen, weil wir zusammen irgendwo essen gehen wollen. Durch die Zwänge verhält man sich auch anders, als wenn man keine Zwänge hat. Wenn man ohne äußerliche Zwänge lebt, dann ist man von seiner Ansicht so stark überzeugt, dass selbst wenn die Mehrheit gegen die eigene Ansicht ist, man seine Ansicht trotzdem nicht ändert, da man von seiner eigenen Perspektive überzeugt ist. Wenn wir das Beispiel von gerade eben nehmen, bedeutet das, dass man alleine essen gehen würde, da man der Überzeugung ist, dass man unbedingt diese Pizza essen muss. Doch kommen wir zur allgemeinen Definition von Freiheit zurück. Man ist als Person frei, wenn man ohne Druck zwischen verschiedenen Optionen entscheiden kann. Ein Beispiel dafür wäre, dass man seine Religion frei aussuchen kann. Dies nennt man auch Willensfreiheit. Dann gibt es es auch noch die Handlungsfreiheit, wo man machen kann was man will. Diese wird aber vom Grundgesetz eingeschränkt. Es gibt auch eine positive und eine negative Freiheit. Als negative Freiheit bezeichnet man die Freiheit, wo es keine Einschränkungen oder Einmischungen durch andere Personen oder Gesetze gibt. Ein Beispiel dafür wäre, dass man Straftaten begehen dürfte, ohne dafür eine Strafe zu bekommen. Die positive Freiheit wird als etwas Gutes dargestellt. Durch die positive Freiheit kann man seine Träume erfüllen und sein Leben so gestalten, wie man es möchte. Außerdem kann man seine Ziele verfolgen, z.B. kann man seinen Traumberuf auswählen. Dies kann man auch als selbstbestimmtes Leben bezeichnen, da man in beiden Fällen sein Leben so gestaltet, wie man möchte und seine Entscheidungen frei von äußeren und inneren Zwängen treffen kann. Was Zwänge sind haben wir schon geklärt, doch was meine ich mit inneren und äußeren Zwängen, welche man auch als innere und äußere Freiheit bezeichnen könnte? Die innere Freiheit bedeutet, dass man keine inneren Zwänge hat etwas zu tun, das heißt dass man nichts machen muss, sondern dass man frei entscheiden kann, ob man etwas machen möchte oder nicht. Die äußere Freiheit umfasst aber die rechtlichen, sozialen und politischen Umstände. Doch auch mit diesen Umständen sollte man in der äußeren Freiheit ohne weitere Einschränkungen seine Entscheidungen treffen können.
Gucken wir uns die Meinung vom schweizerischen Philosophen Jean-Jacques Rosseau zum Thema Freiheit an. Als er gefragt wurde, ob der Mensch frei sei, antwortete er: „Der Mensch ist frei geboren und liegt doch überall in Ketten.“ Doch was meinte er mit dieser Antwort? Damit will er zeigen, dass der Mensch eine freie Person war, als man ganz klein war, da man als Baby keine Aufgaben hatte und keine Verantwortung für etwas übernehmen musste. Damit ist er überzeugt, dass man als Baby frei ist. Doch wenn man älter wird, muss man in die Schule gehen oder später arbeiten gehen. Man hat dann auch immer mehr soziale Rollen und Gruppen, wo man sich angemessen verhalten muss. Des Weiteren ist man eine Vorbildfunktion für jüngere Menschen. Das bedeutet, je älter man wird, desto mehr Verantwortung muss man übernehmen. Dadurch ist man laut dem schweizerischen Philosoph Jean-Jacques Rosseau nicht mehr frei. Andere Menschen oder auch Gesetze können uns auch einschränken, da sie uns daran hindern, unsere Taten ohne Nachfolgen zu begehen, z.B. wenn ich eine Bank überfallen würde, würde ich eine gerechte Strafe für diese Tat bekommen. Diese Unfreiheit sollen die Ketten symbolisieren.
Doch was meinte ChatGPT damit, dass man Freiheit auch im gesellschaftlichen Kontext verstehen kann, wo der Respekt vor den anderen Personen die Grundlage ist? ChatGPT möchte damit zum Ausdruck bringen, dass man die Ansichten und Meinungen anderer Personen toleriert, wobei man immer respektvoll mit der Ansicht der Person umgeht. Ein Beispiel dafür wäre, dass CDU-Abgeordnete die Meinung der AFD-Abgeordneten akzeptieren. Das bedeutet aber nicht, dass man der Ansicht der anderen Person zustimmen muss, sondern dass man die Ansicht toleriert, auch wenn man dieser Meinung nicht zustimmt.
Ich würde euch gerne noch von einer eigenen Erfahrung von mir mit der Freiheit erzählen. Mir persönlich fällt ein genauer Moment ein, wo ich mich von allen Faktoren frei gefühlt habe. Ein Beispiel, welches mir einfällt, ist dass ich mich frei beim Fußball spielen frei gefühlt habe. Das kann aber nicht passen, da ich einen äußeren und inneren Druck hatte, dieses Spiel zu gewinnen. Deswegen fällt mir kein persönliches Beispiel ein, wo ich wirklich frei bin. Nachdem ich mein Gefühl von Freiheit hinterfragt habe, komme ich zu der Meinung, dass wir Menschen nie vollständig frei sein können.
Doch wie sieht meine persönliche Meinung zum Thema Freiheit aus? Wie gerade eben schon kurz angerissen bin der Meinung, dass man nie vollständig frei sein kann, da es äußere Faktoren, wie z.B. das Gesetz gibt, welche es dir nicht ermöglichen zu 100% frei zu sein. Ich sehe dies aber auch als gut an, weil sonst jederMensch das machen könnte, was er will, ohne eine Strafe dafür zu bekommen. Außerdem hat man auch Druck durch andere Personen. Das kann auch unterbewusst passieren, indem man sich z.B. anders verhält, um einer anderen Person zu gefallen. Des Weiteren hat man auch bestimmte Verpflichtungen, z.B. dass man arbeiten gehen muss, um Geld zu verdienen. Zusätzlich haben wir Menschen auch eine Vorbildfunktion gegenüber jüngeren Personen, wodurch wir auch einen unterbewussten Druck verspüren. Doch in Deutschland gibt es doch Meinungsfreiheit, wie sieht es damit aus? Ich sehe Meinungsfreiheit auch nicht als Freiheit an, da man trotz diesem Gesetz nicht immer seine offene Meinung zu einem Thema sagen darf, da die eigene Meinung eventuell rechtliche Konsequenzen mit sich ziehen könnte. Ich bin aber auch der Meinung, dass man in manchen Situationen freier ist als in anderen, da manche Faktoren, wie z.B. die zeitliche Begrenzung wegfällt.
Abschließend komme ich zu dem Entschluss, dass wir Menschen nicht vollständig frei sind, da es immer äußere und innere Faktoren gibt, die uns beeinflussen, doch dies muss nicht immer schlecht sein. Ich komme auch zum Fazit, dass man als kleines Kind mehr Freiheit genießen konnte als ein erwachsener Mensch, da es weniger äußere Faktoren gibt, die uns als Kind beeinflussen. Außerdem gibt es verschiedene Arten von Freiheit, aber in diesen Freiheiten ist man nicht vollständig frei, da es immer noch andere Faktoren gibt, die eine Person beeinflussen. Deswegen komme ich zu dem Schluss, dass wir Menschen in unseren Entscheidungen eingeschränkt sind, was uns aber auch vor Sachen, wie z.B. übermäßige Überfälle, beschützen kann.
Hakan
Quellenverzeichnis:
Jeden Morgen wache ich auf, um mich fertig zu machen, damit ich Stunde für Stunde in der Schule totschlagen kann, um danach nach Hause zu gehen. Dann lerne ich für die nächste Klausur, die ansteht, ehe ich darauf warte, wieder schlafen zu gehen, um den nächsten Tag genauso zu beginnen und zu beenden, wie ich es davor und davor auch schon getan habe. Ich tue das, was von mir erwartet wird. Ich gehe Pflichten und Regeln nach, die nicht von mir gestellt wurden. Bedeutet das die Freiheit?
Jean-Paul Sartre, ein französischer Philosoph, sagte, dass der Mensch nichts anderes sei als das, wozu er sich selbst mache. Wir haben durch die individuelle Freiheit die Möglichkeit, wenn nicht sogar die Pflicht, uns selbst als Person zu entfalten und aufzublühen in unserer Wahrheit, solange wir uns selbst die Möglichkeit dazu geben. Denn die Freiheit haben wir in der Hinsicht. Genauso wie es die Natur des Menschen sein kann, sich ab- und zu bremsen zu wollen, sollte es auch selbstverständlich sein, keine Grenzen zu ziehen, wenn wir uns selbst damit einschränken. Doch welche Freiheit können wir nicht beeinflussen und was versteht man unter der Freiheit überhaupt?
Der Begriff Freiheit lässt sich leicht erklären, wenn man ihn als etwas leichtfertiges betrachtet. Es ist die zwang- und drucklose Ausführung eigener Interessen und der einem freigestellten Entscheidungsfreiheit, per Definition. Doch von welcher Freiheit ist die Rede? Wenn man von negativer und positiver Freiheit spricht, geht es um die Handlungs- und Entscheidungsfreiheit. Es gibt die hypothetische Anschauung und Meinung, genauso die echte Umsetzung unserer Entscheidungen. Wir haben äußere und innere Freiheiten, seien es politische oder kollektive Freiheiten im Vergleich zur inneren und individuellen Freiheit. Ich könnte der Meinung sein, dass die Alternative für Deutschland eine faschistische Partei sei, die nichts im deutschen Bundestag zu suchen habe, ohne dabei in meiner Ansicht eingeschränkt zu werden. Ich könnte meine Meinung zu den Wahlergebnissen äußern, ohne mich zurückhalten zu müssen. Sei es nur die Teilnahme in einer Diskussion über Kernenergie, dort beginnt schon die politische Freiheit. In dieser Hinsicht ist je nach Staat beispielsweise in Deutschland so gut wie jeder Teil der politischen Freiheit, die in dem Grundgesetz gegeben ist. Aber, wer hat nun Freiheit und wer hat sie nicht?
James Baldwin sagte, dass Freiheit niemandem gegeben werden könne, da sie etwas ist, was Menschen sich nehmen würden und dass sie so frei wären, wie sie es sein wollen würden. Würde man dies auf die äußere Freiheit beziehen, wäre ich definitiv anderer Ansicht. Politische und kollektive Freiheit sind keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Privileg. Ich kann mir natürlich die Freiheit nehmen, in einer Diskussion meine politische Meinung zu äußern, das ist für mich selbstverständlich, aber was ist das Opfer, was andere für diese Entscheidung bringen müssten? Während hier Bildung und gesundheitliche Versorgung frei zugänglich sind, gibt es Länder in denen Kinder teilweise mehr Nachwuchs haben, als sie Jahre in der Schule besuchen durften.
Angenommen Deutschland wäre nicht Deutschland, dann würde ich nicht hier sitzen und einen Essay schreiben, sondern eher Kleidung anfertigen für Menschen, welche sich bewusst regelmäßig auf meine Kosten Kleidung bestellen. Ich würde mich nicht an einem sonnigen Tag mit meinen Freundinnen treffen, sondern schwitzend in einem Lager arbeiten für so wenig Geld, dass ich mir nicht einmal ein Brötchen im Schulkiosk leisten könnte. Wir sind oft geblendet von den Dingen von denen wir profitieren und wie selbstverständlich es wirklich ist, so zu leben wie die Mehrheit in diesem Land es tut. Äußere Freiheiten sind keine Selbstverständlichkeit, wenn man nicht das Glück hatte in sie hineingeboren zu werden. Denn genau so gibt es Menschen, die nicht dieses Glück hatten.
Malala Yousafzai, heutige Friedensnobelpreisträgerin, wurde auf offener Straße angeschossen und schwerverletzt, als sie gerade einmal 15 Jahre alt war. Wieso? Weil sie zur Schule gegangen ist. Weil sie sich als ein junges Mädchen für ihre Bildung eingesetzt hat, was hier in Deutschland undenkbar wäre. Schulpflicht ist uns bekannt, doch ein Verbot? Verbot zur Bildung, allein, weil man ein Mädchen ist. Jenen, denen Freiheit geschenkt wird, kann man leicht sagen, dass sie sie sich nehmen sollen, doch Menschen, denen die Freiheit genommen wird, werden nur mit einem größeren Opfer dasselbe schaffen können.
Doch was ist nun damit gemeint, dass man das sei, wozu man sich selbst mache? Malala Yousafzai ist heute eine bemerkenswerte Frauenrecht-Aktivistin, welche ihre Geschichte nicht nur geteilt, sondern auch eine viel größere Bedeutung geschenkt hat. Doch inwiefern passt dieses Beispiel zu Jean-Paul Sartre? Sie hat sich nicht eingeschränkt in ihrem Willen und ist ihrem Wunsch nach Freiheit und Bildung nach gegangen und hat diesen nicht aufgegeben, selbst nach einer Nahtod Erfahrung. Sie ist das geworden, wozu sie sich selbst gemacht hat.
Wir können, wenn wir von äußeren Faktoren ausgehen, nicht pauschalisieren und ungenau etwas erwarten, was je nach Situation und Lage unterscheidet. Ich kann Teil der politischen Freiheit haben, doch eine Frau, welche nicht einmal die grundlegenden Menschenrechte besitzt, kann nicht dasselbe von sich behaupten, ohne einen deutlich höheren Preis zu zahlen. Deshalb stimme ich James Baldwin auf die äußerlichen Freiheiten bezogen nicht zu. Aber es gibt nicht nur eine Sichtweise, mit der man seine Aussage assoziieren kann.
Es gibt eben auch die individuelle Freiheit. Die individuelle Freiheit ist die Freiheit in der Wahrnehmung, der Empfindung und der Umsetzung der eigenen Persona. Angenommen ich wäre das Beispiel einer Jugendlichen, welche zur Schule gehen, ihre Interessen ausüben und ihren Glauben ausleben kann. Im Grunde bin ich doch frei, was all diese Faktoren angeht.
Aber aus welchen Impulsen handle ich? Würde mir jemand die Frage stellen, ob ich eine Stunde länger draußen mit meinen Freunden bleibe oder eine Stunde zu meinen Großeltern fahren würde, würde ich das zweite nehmen. Wieso? Weil ich generell lieber ihre Gesellschaft genieße? Ich entscheide mich für das zweite, ganz einfach, weil es mir mein Gewissen bereits verbietet, mich anders zu entscheiden. Ich kriege von äußeren Quellen den Eindruck, dass eine andere Entscheidung die Bedeutung von Egoismus symbolisieren würde. Wenn ich das nicht tue, bin ich kein guter Mensch. Ich habe es mir selber verboten, das zutun, was ich wirklich will. Ich könnte sogar das zweite wählen wollen, einfach weil ich es möchte, doch diese Freiheit gebe ich mir selbst erst gar nicht. Niemand sagt mir, dass ich mich für das zweite entscheiden muss, außer ich selbst. Ich könnte mich rein theoretisch frei entscheiden, doch allein ich nehme mir diese Freiheit. Äußere Einflüsse wirken sich auf uns und unsere Anschauung verschiedener Dinge aus, das ist nichts Unbekanntes. Doch genau so wirken sie sich auf unsere individuelle Freiheit aus.
Angenommen ein Mädchen wächst mit Eltern auf, welche eine unglückliche und kaputte Ehe führen. Sie wächst auf in dem Glauben, dass die Ehe genau, einen Partner zu haben, den man hasst. Sie wächst auf mit dem Eindruck, dass sie ihre Probleme nie durch Kommunikation lösen kann und dass Verletzlichkeit etwas Schlechtes und Angreifbares ist. Sie verbietet sich, Gefühlen und Empfindungen nachzugehen. Sie nimmt sich selbst die Freiheit zu Fühlen. Was ich damit sagen will, ist, dass egal wie man im gesellschaftlichen und sozialen Sinne frei oder unfrei ist, die individuelle Freiheit, die menschliche Freiheit, kann von niemandem außer einem selbst genommen werden. Man könnte meinen, dass zum Beispiel dieAussagen und Meinungen anderer beeinflussen und durchaus eine Rolle spielen, dabei ist es unsere Einstellung und wie wir mit solchen Dingen umgehen, die entscheidet, was und wie unsere eigene Freiheit genommen werden kann.
Je nach Umfeld und den Kontakten, die wir in der Gesellschaft oder mit der Welt generell haben, kann die individuelle Freiheit beeinflusst und vielleicht sogar sabotiert werden. Dies passiert, indem diese Faktoren uns beeinflussen, was auf uns selbst zurückzuführend ist. Wir allein sind dafür verantwortlich, was wir mit der uns zustehenden Freiheit zur eigenen Empfindung und Wahrnehmung von Dingen tun. Wir können uns entscheiden, wie frei wir mit uns selbst leben wollen und ob wir mit uns selbst im Reinen sein können.
Abschließend lässt sich sagen, dass jede Form der Freiheit existiert, sei es die politische, gesellschaftliche, soziale oder die individuelle Freiheit. Hierbei müssen wir uns jedoch immer stets bewusst sein, dass wir je nach Situation und Umfeld unterschiedliche Chancen auf bestimmte Arten der Freiheiten haben, da die Umstände eines jeden Menschen einen ausschlaggebenden Unterschied machen. Politische oder gesellschaftliche Benachteiligungen sind nur zwei der wenigen Faktoren, die Menschen in ihrer Freiheit eingrenzt. Oftmals hat Freiheit Grenzen, wenn andere Menschen sich bedroht fühlen. Dies muss aber nicht zwingend etwas mit einem selbst zutun haben, sondern mit den Menschen, die von Individualität und Freiheit fernbleiben wollen, sobald es sie nicht mehr betrifft. Zum Beispiel Diktator verbieten jenen die Stimme, die sich weigern ihre Freiheit aufzugeben.
Die innere und individuelle Freiheit hingegen kann durch den Menschen allein eingegrenzt werden. Wir sind am Ende selbst dafür verantwortlich, wie sehr wir uns die Möglichkeit geben, zu denken, fühlen und sein, wie wir wollen.
Für mich persönlich bedeutet die Freiheit, die Möglichkeit meine eigene Denkweise zu verändern. Dass ich entscheiden kann, wie ich ganz alltägliche Situationen so betrachten kann, wie ich will. Ich kann die Leere in einer Routine sehen, oder ich mache es mir zur Aufgabe jeden Tag mit dieser Routine anders zu gestalten. Dass ich denken kann, ohne mir selbst eine Grenze ziehen zu müssen, bedeutet für mich die Freiheit. Meine Sichtweise hat sich durchaus verändert, da ich anfangs Freiheit wirklich nur basierend auf äußeren Zuständen empfunden habe, bis ich wirklich nachgedacht habe, was es überhaupt heißt, sich selbst frei leben zu lassen. Und selbst wenn ich mir an manchen Tagen die Freiheit nehme, ich selbst zu sein, wirdes immer Tage geben, an denen ich die Freiheit in jedem Moment erkenne und sie wertschätzen werde.
Dementsprechend ist auch genau das das Problem in der heutigen Gesellschaft. Wir sehen nicht das, was wir schon haben und lassen uns selbst in dem Glauben, dass die Dinge, von denen wir schon umgeben sind, nicht wirklich uns zusteht. Es wird immer Menschen geben, die weniger frei sind als wir, doch deswegen müssen wir uns nicht schlecht fühlen, sondern genau deshalb sollten wir uns dessen bewusst sein. Individuelle Freiheit in der heutigen Gesellschaft ist viel zu selten, weil wir in einer Zeit leben, in der wir uns vor genau dieser Sache fürchten: Individualität. Das, was uns Menschen ausmacht, verstecken wir krampfhaft, um Menschen zu gefallen, denen es doch genauso geht.
Deshalb denke ich, dass die Form der inneren Freiheit, die Freiheit zu denken, wollen und fühlen wie es uns gefällt, von uns Menschen allein verändert werden kann. Und die Routine, von der ich anfangs gesprochen habe, ist das, was ich aus ihr mache. Ich kann es mir selbst verbieten, die Monotonie zu sehen in der Tatsache, dass ich jeden Morgen aufstehe und einer Routine folge, oder ich sehe es als etwas anderes. Ich kann es als die Freiheit sehen, jeden morgen aufzustehen mit der Möglichkeit ich selbst zu sein, unabhängig davon mit wem, wo und wie ich bin.
Berfin