Landtag_2026_01

Ein Vormittag im Landtag

Zwischen Sicherheitsschleusen und politischem Alltag  

Letzte Woche stand für unsere Klasse (10c) ein besonderer Ausflug auf dem Plan: Ein Besuch im Landtag. Als 17-jährige Schülerin, die sich langsam Gedanken über ihre eigene politische Stimme macht, war ich gespannt, wie es hinter den Kulissen der Politik wirklich aussieht. Doch der Tag hielt eine Mischung aus interessanten Einblicken und einer ordentlichen Portion Ernüchterung bereit.  

Schon um 9:00 Uhr trafen wir uns vor dem Gebäude. Was dann folgte, fühlte sich eher wie eine Reise am Flughafen an als wie ein politischer Besuch. Um 9:15 Uhr hieß es: Ab durch die Kontrolle. Alles, was auch nur im Entferntesten nach Metall aussah, musste abgegeben werden. Unsere Taschen wurden anschließend in einem separaten Raum „eingesperrt“. Dieser Raum wurde bewacht und man bekam seine Sachen erst mit einer Begleitung wieder. Man merkt schnell: Sicherheit wird hier extrem großgeschrieben, auch wenn es sich für uns Schüler anfangs etwas befremdlich anfühlte.  

Nach dem Sicherheitscheck durften wir erst einmal durchatmen. In der Cafeteria gab es ein Frühstück – Muffins, Orangensaft usw. waren ein gelungener Start, um die erste Aufregung zu legen. Das Highlight für viele war der Medienraum, wo wir grundlegende Informationen über die Arbeitsweise des Landtags und die verschiedenen Fraktionen erhielten. Selbstverständlich auch über die Gründung des Landtages. Danach ging es in den Plenarsaal. Von der Zuschauertribüne aus auf das politische Geschehen zu blicken, war beeindruckend. Manbekommt ein ganz anderes Gefühl für die Dimensionen, wenn man sieht, wo die Entscheidungen für unser Bundesland getroffen werden.  

Zum Abschluss stand eine Diskussion mit Frau Osei auf dem Programm, die für Medien und Kultur zuständig ist, in der Grünen Partei. Wir hatten viele Fragen vorbereitet, doch leider war die Zeit extrem knapp bemessen. Das war wirklich schade, denn man merkte, dass sie viel zu sagen hatte – besonders ihre klare Abneigung gegenüber der AfD kam deutlich zur Sprache. Es blieb jedoch bei einem kurzen Austausch und wir hoffen nun, dass es vielleicht bald ein weiteres Treffen direkt bei uns in der Schule gibt, bei der wir tiefer in die Diskussion einsteigen können.  

Fazit: Wenn ich den Tag noch einmal in meinem Kopf durchgehe, bin ich zwiegespalten:

Das Positive war der Einblick in den Plenarsaal und das Frühstück in der Cafeteria, das hat den Vormittag angenehm aufgelockert.  

Das Negative war, um ehrlich zu sein, die Organisation ließ zu wünschen übrig. Die Mitarbeiter vor Ort wirkten auf uns teilweise ziemlich unfreundlich, fast schon genervt von unserer Anwesenheit. Dass das Gespräch mit der Abgeordneten dann auch noch so kurz ausfiel, hat den Gesamteindruck leider etwas gedämpft.  

Insgesamt war es ein interessanter Einblick, aber ich hätte mir mehr Offenheit und Zeit für unsere Fragen gewünscht. Politik sollte schließlich nahbar sein, besonders für uns junge Menschen.  

Michelle Menz,10c

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