Crash-Kurs NRW_2026

Unsere Oberstufe beim Crash Kurs NRW

Wie das Präventionsprogramm die Jahrgangsstufen EF und Q1 für die Folgen von Verkehrsunfällen sensibilisiert

„Nein!!! Nein!!!“

Dieser Schrei einer Mutter, die soeben erfahren hat, dass ihr Sohn bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist, hallte durch den Raum. Diesen Schrei einer Mutter, die soeben erfahren hat, dass ihr Sohn bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist, vergisst man nicht. Der Polizeibeamte a. D. erinnerte sich an diesen Moment zurück und berichtete weiter: Todesnachrichten müssten immer klar, kurz und deutlich formuliert werden – sonst seien die Betroffenen emotional nicht mehr in der Lage, richtig zuzuhören. An jenem Tag, als er an der Haustür stand, änderte sich das Leben der Familie von Grund auf.

In der Aula des BwG ist es am 20.03.2026 zu diesem Zeitpunkt totenstill – keiner vermag sich zu rühren. Vermutlich haben diese Schüler*innen noch nie zuvor über diese Möglichkeit nachgedacht: Über die Möglichkeit, dass sie selbst einmal in einem Unfall verwickelt sein könnten; über die Möglichkeit, dass sie selbst tödlich verunglücken könnten; über die Möglichkeit, dass sich das Leben ihrer Eltern, Angehörigen und Freunde nach solch einer Nachricht für immer verändern könnte; dass Nichts mehr so ist wie vor dem Moment, in dem jemand an der Tür klingelt und die Nachricht überbringt.

Auch ein ehemaliger Unfallchirurg erinnerte sich an einen Vorfall, der sich vor mehreren Jahren ereignete. Bereits aus der Luft bot sich ihm damals ein deutliches Bild: ein Motorrad, zwei Autos, weit voneinander entfernt, angrenzend eine Wiese – eine selten günstige Situation zum Landen des Rettungshubschraubers. Für den Motorradfahrer konnte er jedoch nichts mehr tun: „Er war bereits tot.“

Ein weiterer Polizeibeamter berichtete ehrenamtlich über einen Unfall, der auch sein privates Umfeld berührte – ein Todesfall in direkter Nachbarschaft, nahezu täglich würde er auf dem Weg zur Polizeidienststelle erinnert, wenn er an der Unfallstelle vorbeifahre. Und das, weil der damalige Fahrer zuvor Alkohol getrunken habe, und nur mal kurz mit den Kumpels zur Tankstelle Zigaretten holen wollte. Schonungslos schilderte er, was einem der jungen Unfallopfer widerfuhr. Viele Operationen, lange Krankenhausaufenthalte, anschließend ein Altersheim – und schließlich der Tod nach wenigen Jahren. Die physischen und psychischen Folgen eines Verkehrsunfalls reichen meist weit über den Moment des Ereignisses hinaus – für alle Beteiligten.

Eine eindringliche Botschaft an die Schülerinnen und Schüler

Jeder einzelne der drei ehrenamtlichen Redner appellierte eindringlich an die Schüler*innen der EF und Q1,

  • … keinen Alkohol oder andere Drogen zu konsumieren, wenn man anschließend fahren muss.
  • … auf keinen Fall mit einer Person mitzufahren, die getrunken hat. Die Jugendlichen sollen sich einen Plan B zurechtlegen: „Ruft lieber ein Taxi oder eure Eltern an.“

Zahlen, die nachdenklich machen

Allein im Jahr 2024 gab es in Nordrhein‑Westfalen insgesamt 485 Verkehrstote. In der Altersgruppe 18‑ bis 24‑Jährige waren es 65 Getötete, davon 32 als Pkw‑Insassen, 25 als motorisierte Zweiradfahrende und sieben als zu Fuß Gehende (Verkehrsunfallbilanz NRW 2024, Polizei NRW).

Oft liegen die Ursachen in erkennbaren Fehlverhalten:

  • Alkoholkonsum vor der Fahrt,
  • Ablenkung durch das Handy während des Fahrens,
  • Unaufmerksamkeit, Drogenkonsum oder überhöhte Geschwindigkeit.

Diese Faktoren führen dazu, dass Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit stark eingeschränkt sind – und genau dann kann ein Moment entscheidend werden.

Crash Kurs NRW nutzt persönliche und emotionale Erfahrungsberichte Betroffener sowie eindringliche Fotos und Szenen, um eine klare Botschaft zu vermitteln: Verkehrsunfälle passieren nicht einfach – sie werden verursacht. Sie entstehen, wenn Verkehrsteilnehmende Regeln missachten, sich überschätzen oder sich auf riskantes Verhalten einlassen. Und genau deshalb sind viele dieser Unfälle vermeidbar – und die Erkenntnis bleibt nachhaltig:

Jedes eigene Handeln im Straßenverkehr kann jemanden das Leben retten – oder zerstören.

Ansprechpartner*innen

Eva Irfan, Volker Hoffacker – Beratungslehrkräfte
Taner Cabadag – Schulsozialarbeiter

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