Allgemeine Informationen
Für unsere Schule ist dieses Projekt eine Herzensangelegenheit, weil es einen wichtigen und konkreten Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit leistet und Schülerinnen und Schüler für Umweltverantwortung sensibilisiert. Die Umgestaltung der bisherigen eher monotonen und artenarmen Flächen hin zu einer vielfältigen Bepflanzung mit heimischen Arten verbessert die Biodiversität und schafft Lebensräume für viele vor dem Aussterben bedrohten Insekten und Vögel. Dadurch wird der Schulhof auch zu einem lebendigen Lernort, an dem ökologische Zusammenhänge direkt erfahrbar sind. Gleichzeitig eröffnet das Projekt fächerübergreifende Lernmöglichkeiten, etwa in Biologie, Erdkunde, Politik oder auch Kunst. Schülerinnen und Schüler können praktisch arbeiten, Verantwortung übernehmen und nachhaltiges Handeln erfahren und aktiv einüben. Die neu entstehenden insektenfreundlichen Grünflächen steigern zudem die Aufenthaltsqualität und fördern das Wohlbefinden der gesamten Schulgemeinschaft. Essbare Pflanzen, wie verschiedene Beeren und Obstbäume, schaffen zusätzliche Anreize und stärken das Bewusstsein für regionale und gesunde Ernährung. Auch das soziale Miteinander und die Identifikation mit unserer Schule profitiert, da Planung, Umsetzung und Pflege gemeinschaftlich erfolgen können. Insgesamt verbindet das Projekt ökologische Bildung, praktische Erfahrung und Gemeinschaftssinn auf sinnvolle und zukunftsorientierte Weise.
Doch in erster Linie wollen wir am BWG unseren einheimischen Lebewesen helfen, einen für sie geeigneten Lebensraum zu finden. Dort können sie optimal wachsen, sich fortpflanzen und eine wichtige Rolle in einem stabilen Lebensraum einnehmen.
Ziel der Umgestaltung ist es, heimische Pflanzenarten in die Beete zu pflanzen, um dem weltweiten Insektensterben entgegenzuwirken.
Insektensterben? Ist das schlimm?
Von 1976 bis 2016 ist die Biomasse von Insekten weltweit um ca. 75% gesunken, jedes Jahr nimmt sie um weitere 2% ab. 45% aller Insekten sind gefährdet und vor dem Aussterben bedroht. Da Insekten ca. 80% aller Wildpflanzen bestäuben, die Bodenqualität verbessern, den Schädlingsbefall kontrollieren, als Nahrungsquelle für andere Tiere dienen und viele weitere Aufgaben erfüllen, sollten wir diesen Tieren einen lebensfreundlichen Lebensraum bieten. Insgesamt gibt es weltweit über 1 Mio. verschiedene Insektenarten, ca. 33000 verschiedene Arten leben bei uns in Deutschland! Dazu gehören u. a. Schmetterlinge, Käfer, Hautflügler (Ameisen, Wespen, Bienen) und Zweiflügler (Fliegen und Mücken).
Maßnahmen am BWG
Wir schaffen Lebensräume für heimische Insektenarten, indem wir Ihnen Haus, Unterschlupf und Nahrung bieten.
Haus
Viele Insekten bohren sich Löcher für ihre Nachkommen. Hierfür haben wir Eichenstelen mit Löchern gebohrt und in ein Beet errichtet.
Unterschlupf
Viele Insekten suchen Unterschlupf. Hierfür wurden in die Beete Muschelkalksteine gelegt, die sich auch schneller aufwärmen und so für viele Insekten wichtig sind. Ebenfalls dienen Wurzeln und Totholz als guter Unterschlupf.
Nahrung
Wir haben drei Beete mit einheimischen und insektenfreundlichen Pflanzen angelegt. Insgesamt sind so ca. 70qm entstanden. Die Pflanzenlisten mit allerlei Wissenswertem kann man der Tabelle entnehmen. Darüber hinaus kann man sich über Besonderheiten der Pflanzen bezüglich Vermehrung, Aussehen, Ansprüche und Relevanz für einheimische Insekten informieren.
🐝 Rezept für eine Insektenstele
Mögliche Zutaten:
1 Holzpfahl oder Baumstamm, Hartholz mit gebohrten Löchern, Stroh oder Heu, Lehm,
Draht oder Holzleisten zum Befestigen
Einen sonnigen, trockenen Standortwählen
Zubereitung:
Einen sonnigen und windgeschützten Platz auswählen. Den Holzpfahl oder Baumstamm sicher aufstellen. Bambus, Schilf, gebohrtes Holz und andere Naturmaterialien in die Stele einbauen. Darauf achten, dass alle Materialien trocken und fest sitzen.
Die Insektenstele das ganze Jahr über stehenlassen und die Insekten beobachten.
Totholzhaufen
Suche einen ruhigen Platz im Garten. Lege zuerst dicke Äste oder kleine Baumstämme als Grundlage auf den Boden. Schichte anschließend kleinere Äste, Zweige, Rindenstücke und etwas Laub locker darauf. Achte darauf, dass viele kleine Hohlräume entstehen. Diese bieten Tieren Schutz und Versteckmöglichkeiten. Der Totholzhaufen sollte anschließend möglichst nicht mehr bewegt werden. Wenn das Holz mit der Zeit verrottet, kannst du einfach neues Material oben drauflegen.
Dafür ist er gut:
Ein Totholzhaufen ist ein wichtiger Lebensraum für viele Tiere. Käfer, Wildbienen, Spinnen, Igel und andere Kleintiere finden hier Schutz, Nahrung und einen Platz zum Überwintern.
Käferkeller bauen
Hebe eine etwa 30 bis 50 Zentimeter tiefe Grube aus. Fülle den Boden mit einer Schicht Sand. Lege anschließend morsches Holz, Rindenstücke, kleine Äste und einige Steine locker in die Grube. Es sollten viele kleine Hohlräume entstehen. Bedecke den Käferkeller zum Teil wieder mit Erde, sodass einige Holzstücke sichtbar bleiben. Suche dafür möglichst einen sonnigen und ruhigen Platz.
Dafür ist er gut:
Der Käferkeller bietet Käfern und anderen Insekten einen geschützten Lebensraum. Viele Tiere nutzen ihn als Versteck, zum Überwintern oder zur Eiablage.
| Name | Wissenswertes | Insektenfreundlichkeit |
|---|---|---|
| Waldmeister (Galium odoratum) | Der Waldmeister ist eine Heilpflanze. Er enthält Cumarin, das beruhigend wirkt und früher gegen Kopfschmerzen und Schlafprobleme genutzt wurde. Es riecht stark nach Heu/Vanille, besonders wenn die Blätter welken. Oft wird er für Maibowle, Tee oder Duftkissen verwendet. In hohen Mengen ist er giftig. Vermehrung: Der Waldmeister bildet unterirdische Wurzelausläufer und breitet sich so als Teppich aus. Nach der Blüte entstehen kleine Früchte, aus denen neue Pflanzen wachsen können. | Kleine Wildbienen, Schwebfliegen und verschiedene Käferarten. Die Blüten liefern Nektar für Insekten im Waldboden. |
| Wirbeldest (GlinoRedium vulgare) | Sie ist eine Heilpflanze gegen Verdauungsbeschwerden. Vermehrung: Sie vermehrt sich durch Aussaat und Teilung. | Wildbienen und Schwebfliegen. |
| Salbei (Salvia officinalis) | Salbei wird oft als Heilpflanze und in der Küche verwendet. Vermehrung: Der Salbei vermehrt sich durch Samen und Stecklinge (beispielsweise durch Wind und Bodenerschütterung). | Hummeln, Wildbienen, Honigbienen, Schmetterlinge. |