Allgemeine Informationen
Für unsere Schule ist dieses Projekt eine Herzensangelegenheit, weil es einen wichtigen und konkreten Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit leistet und Schülerinnen und Schüler für Umweltverantwortung sensibilisiert. Die Umgestaltung der bisherigen eher monotonen und artenarmen Flächen hin zu einer vielfältigen Bepflanzung mit heimischen Arten verbessert die Biodiversität und schafft Lebensräume für viele vor dem Aussterben bedrohten Insekten und Vögel. Dadurch wird der Schulhof auch zu einem lebendigen Lernort, an dem ökologische Zusammenhänge direkt erfahrbar sind. Gleichzeitig eröffnet das Projekt fächerübergreifende Lernmöglichkeiten, etwa in Biologie, Erdkunde, Politik oder auch Kunst. Schülerinnen und Schüler können praktisch arbeiten, Verantwortung übernehmen und nachhaltiges Handeln erfahren und aktiv einüben. Die neu entstehenden insektenfreundlichen Grünflächen steigern zudem die Aufenthaltsqualität und fördern das Wohlbefinden der gesamten Schulgemeinschaft. Essbare Pflanzen, wie verschiedene Beeren und Obstbäume, schaffen zusätzliche Anreize und stärken das Bewusstsein für regionale und gesunde Ernährung. Auch das soziale Miteinander und die Identifikation mit unserer Schule profitiert, da Planung, Umsetzung und Pflege gemeinschaftlich erfolgen können. Insgesamt verbindet das Projekt ökologische Bildung, praktische Erfahrung und Gemeinschaftssinn auf sinnvolle und zukunftsorientierte Weise.
Doch in erster Linie wollen wir am BWG unseren einheimischen Lebewesen helfen, einen für sie geeigneten Lebensraum zu finden. Dort können sie optimal wachsen, sich fortpflanzen und eine wichtige Rolle in einem stabilen Lebensraum einnehmen.
Ziel der Umgestaltung ist es, heimische Pflanzenarten in die Beete zu pflanzen, um dem weltweiten Insektensterben entgegenzuwirken.
Insektensterben? Ist das schlimm?
Von 1976 bis 2016 ist die Biomasse von Insekten weltweit um ca. 75% gesunken, jedes Jahr nimmt sie um weitere 2% ab. 45% aller Insekten sind gefährdet und vor dem Aussterben bedroht. Da Insekten ca. 80% aller Wildpflanzen bestäuben, die Bodenqualität verbessern, den Schädlingsbefall kontrollieren, als Nahrungsquelle für andere Tiere dienen und viele weitere Aufgaben erfüllen, sollten wir diesen Tieren einen lebensfreundlichen Lebensraum bieten. Insgesamt gibt es weltweit über 1 Mio. verschiedene Insektenarten, ca. 33000 verschiedene Arten leben bei uns in Deutschland! Dazu gehören u. a. Schmetterlinge, Käfer, Hautflügler (Ameisen, Wespen, Bienen) und Zweiflügler (Fliegen und Mücken).
Maßnahmen am BWG
Wir schaffen Lebensräume für heimische Insektenarten, indem wir Ihnen Haus, Unterschlupf und Nahrung bieten.
Haus
Viele Insekten bohren sich Löcher für ihre Nachkommen. Hierfür haben wir Eichenstelen mit Löchern gebohrt und in ein Beet errichtet.
Unterschlupf
Viele Insekten suchen Unterschlupf. Hierfür wurden in die Beete Muschelkalksteine gelegt, die sich auch schneller aufwärmen und so für viele Insekten wichtig sind. Ebenfalls dienen Wurzeln und Totholz als guter Unterschlupf.
Nahrung
Wir haben drei Beete mit einheimischen und insektenfreundlichen Pflanzen angelegt. Insgesamt sind so ca. 70qm entstanden. Die Pflanzenlisten mit allerlei Wissenswertem kann man der Tabelle entnehmen. Darüber hinaus kann man sich über Besonderheiten der Pflanzen bezüglich Vermehrung, Aussehen, Ansprüche und Relevanz für einheimische Insekten informieren.
🐝 Rezept für eine Insektenstele
Mögliche Zutaten:
1 Holzpfahl oder Baumstamm, Hartholz mit gebohrten Löchern, Stroh oder Heu, Lehm,
Draht oder Holzleisten zum Befestigen
Einen sonnigen, trockenen Standortwählen
Zubereitung:
Einen sonnigen und windgeschützten Platz auswählen. Den Holzpfahl oder Baumstamm sicher aufstellen. Bambus, Schilf, gebohrtes Holz und andere Naturmaterialien in die Stele einbauen. Darauf achten, dass alle Materialien trocken und fest sitzen.
Die Insektenstele das ganze Jahr über stehenlassen und die Insekten beobachten.
Totholzhaufen
Suche einen ruhigen Platz im Garten. Lege zuerst dicke Äste oder kleine Baumstämme als Grundlage auf den Boden. Schichte anschließend kleinere Äste, Zweige, Rindenstücke und etwas Laub locker darauf. Achte darauf, dass viele kleine Hohlräume entstehen. Diese bieten Tieren Schutz und Versteckmöglichkeiten. Der Totholzhaufen sollte anschließend möglichst nicht mehr bewegt werden. Wenn das Holz mit der Zeit verrottet, kannst du einfach neues Material oben drauflegen.
Dafür ist er gut:
Ein Totholzhaufen ist ein wichtiger Lebensraum für viele Tiere. Käfer, Wildbienen, Spinnen, Igel und andere Kleintiere finden hier Schutz, Nahrung und einen Platz zum Überwintern.
Käferkeller bauen
Hebe eine etwa 30 bis 50 Zentimeter tiefe Grube aus. Fülle den Boden mit einer Schicht Sand. Lege anschließend morsches Holz, Rindenstücke, kleine Äste und einige Steine locker in die Grube. Es sollten viele kleine Hohlräume entstehen. Bedecke den Käferkeller zum Teil wieder mit Erde, sodass einige Holzstücke sichtbar bleiben. Suche dafür möglichst einen sonnigen und ruhigen Platz.
Dafür ist er gut:
Der Käferkeller bietet Käfern und anderen Insekten einen geschützten Lebensraum. Viele Tiere nutzen ihn als Versteck, zum Überwintern oder zur Eiablage.
| Name | Wissenswertes | Bild |
|---|---|---|
| Acker-Witwenblume Wissenschaftlicher Name: Knautia arvensis | Heilpflanze/ Heilwirkung: Keine bedeutende Heilpflanze. Kultur/ frühere Verwendung: Typische Wiesenpflanze; früher Bestandteil von Heu-/Weideflächen. Vermehrung: Samen/Selbstaussaat. Insektenfreundlichkeit: Sehr wertvolle Insektenpflanze für Wildbienen und Schmetterlinge. Besonderheit: Viele Einzelblüten im Blütenkopf verlängern das Nahrungsangebot. | |
| Akelei Wissenschaftlicher Name: Aquilegia vulgaris | Heilpflanze/ Heilwirkung: Historisch volksmedizinisch genutzt; wegen Inhaltsstoffen nicht als einfache Hausheilpflanze zu empfehlen. Kultur/ frühere Verwendung: Alte Gartenpflanze mit vielen Sorten. Vermehrung: Samen/Selbstaussaat. Insektenfreundlichkeit: Gespornt und nektarreich; besonders Hummeln und langrüsselige Bestäuber. Besonderheit: Blütensporne zeigen starke Bestäuberanpassung. | |
| Apfel-Rose Wissenschaftlicher Name: Rosa villosa | Heilpflanze/ Heilwirkung: Vor allem Wildobst; Hagebutten traditionell genutzt. Kultur/ frühere Verwendung: Früchte für Mus, Gelee und Tee. Vermehrung: Samen; vegetativ möglich. Insektenfreundlichkeit: Offene Blüten für pollensammelnde Insekten; Früchte als Tiernahrung. Besonderheit: Große, apfelähnliche Hagebutten. | |
| Aufrechtes Fingerkraut Wissenschaftlicher Name: Potentilla recta | Heilpflanze/ Heilwirkung: Keine bedeutende Heilpflanze; andere Potentilla-Arten sind medizinisch wichtiger. Kultur/ frühere Verwendung: Wild- und Zierpflanze für trockene Standorte. Vermehrung: Samen, Teilung. Insektenfreundlichkeit: Offene gelbe Blüten liefern Pollen für kleine Wildbienen. Besonderheit: Aufrechter Wuchs, trockenheitsverträglich. | |
| Bereifte Rose Wissenschaftlicher Name: Rosa glauca | Heilpflanze/ Heilwirkung: Keine zentrale Heilpflanze; Hagebutten traditionell als Vitamin-C-reiches Wildobst. Kultur/ frühere Verwendung: Hagebutten für Mus/Gelee; robuste Wildrose im Garten. Vermehrung: Samen nach Kältephase; Sorten vegetativ. Insektenfreundlichkeit: Ungefüllte Blüten liefern Pollen; Früchte und dichter Wuchs ökologisch wertvoll. Besonderheit: Blaugrün bereifte Blätter, rötliche Triebe. | |
| Echtes Labkraut Wissenschaftlicher Name: Galium verum | Heilpflanze/ Heilwirkung: Traditionell volksmedizinisch genutzt; heute keine zentrale Arzneipflanze. Kultur/ frühere Verwendung: Labkraut wurde kulturgeschichtlich zum Gerinnen von Milch genutzt. Vermehrung: Samen und vegetative Ausbreitung. Insektenfreundlichkeit: Viele kleine Blütenbesucher; Labkräuter sind Raupenfutter für Falter. Besonderheit: Gelbe Blüten, typischer Honigduft. | |
| Echter Waldmeister Wissenschaftlicher Name: Galium odoratum | Heilpflanze/ Heilwirkung: Volksmedizinisch genutzt, aber heute keine anerkannte Standard-Heilanwendung; Cumarin beachten. Kultur/ frühere Verwendung: Seit Jahrhunderten Aromapflanze, besonders für Maibowle. Vermehrung: Samen und vor allem Rhizome. Insektenfreundlichkeit: Kleine Blüten werden von Insekten besucht; Raupenfutter für einige Falter. Besonderheit: Typische Schatten-Waldpflanze; Duft entsteht besonders beim Welken. | |
| Eingriffliger Weißdorn Wissenschaftlicher Name: Crataegus monogyna | Heilpflanze/ Heilwirkung: Klassische Heilpflanze für Herz-Kreislauf-Beschwerden; heute standardisierte Weißdornpräparate. Kultur/ frühere Verwendung: Früchte für Gelee/Marmelade; Kerne früher als Kaffeeersatz, Blätter teils als Tabakersatz. Vermehrung: Samen; Kulturformen auch Veredelung. Insektenfreundlichkeit: Sehr wertvolles Blüten- und Vogelschutzgehölz; zahlreiche Insekten nutzen ihn. Besonderheit: Dornen machen ihn zu einem guten Heckengehölz. | |
| Färber-Hundskamille Wissenschaftlicher Name: Anthemis tinctoria | Heilpflanze/ Heilwirkung: Keine bedeutende Arzneipflanze. Kultur/ frühere Verwendung: Alte Färberpflanze; Blüten färben Naturfasern gelb. Vermehrung: Samen/Selbstaussaat. Insektenfreundlichkeit: Sehr gute Wildbienen- und Hummelweide. Besonderheit: Trockenheitsverträgliche Pionierpflanze. | |
| Frühlings-Fingerkraut Wissenschaftlicher Name: Potentilla tabernaemontani | Heilpflanze/ Heilwirkung: Keine bedeutende Heilpflanze. Kultur/ frühere Verwendung: Frühjahrs- und Trockenrasenpflanze. Vermehrung: Samen, Teilung. Insektenfreundlichkeit: Frühe gelbe Blüten als Pollenquelle. Besonderheit: Frühe Blüte und trockenheitsverträglich. | |
| Gemeiner Odermennig Wissenschaftlicher Name: Agrimonia eupatoria | Heilpflanze/ Heilwirkung: Traditionelle Heilpflanze mit Gerbstoffen, u. a. volksmedizinisch bei Mund/Rachen und Verdauung. Kultur/ frühere Verwendung: Heil- und früher auch Färbepflanzen-Nutzen. Vermehrung: Samen/Selbstaussaat. Insektenfreundlichkeit: Gelbe Blüten für Bienen, Schwebfliegen und andere Insekten. Besonderheit: Klettfrüchte verbreiten sich über Fell/Kleidung. | |
| Gemeine Wegwarte Wissenschaftlicher Name: Cichorium intybus | Heilpflanze/ Heilwirkung: Traditionelle Heilpflanze bei Verdauungsbeschwerden; Wurzel reich an Inulin. Kultur/ frühere Verwendung: Seit der Antike Gemüse; geröstete Wurzel als Zichorien-Kaffee; Chicorée ist Kulturform. Vermehrung: Samen. Insektenfreundlichkeit: Sehr gute Nahrung für Bienen und Schwebfliegen. Besonderheit: Hellblaue Blüten öffnen sich meist vormittags; tiefe Pfahlwurzel. | |
| Gilbweiderich Wissenschaftlicher Name: Lysimachia punctata | Heilpflanze/ Heilwirkung: Keine bedeutende Heilpflanze. Kultur/ frühere Verwendung: Vor allem Zierpflanze; teils aus Kultur verwildert. Vermehrung: Samen, Teilung/Rhizome. Insektenfreundlichkeit: Gelbe Blüten für verschiedene Insekten; bei Gilbweiderich-Verwandten gibt es spezialisierte Bienenbeziehungen. Besonderheit: Aufrechte gelbe Blütenstände. | |
| Gewöhnliche Betonie Wissenschaftlicher Name: Betonica officinalis | Heilpflanze/ Heilwirkung: Traditionelle Heilpflanze der Volksmedizin; heute keine zentrale Standard-arzneipflanze. Kultur/ frühere Verwendung: Im Mittelalter/früher Neuzeit als Heil- und Kräuterkraut geschätzt. Vermehrung: Samen, Teilung. Insektenfreundlichkeit: Lippenblüten für Bienen und Hummeln. Besonderheit: Auch Heinziest genannt. | |
| Gewöhnlicher Natternkopf Wissenschaftlicher Name: Echium vulgare | Heilpflanze/ Heilwirkung: Wegen Pyrrolizidinalkaloiden heute nicht zur inneren Anwendung empfohlen; frühere Volksmedizin nutzte ihn u. a. bei Husten/Hautbeschwerden. Kultur/ frühere Verwendung: Vor allem Wild- und Pionierpflanze. Vermehrung: Zweijährig; Aussaat, Klettsamen. Insektenfreundlichkeit: Außerordentlich wertvolle Wildbienenpflanze; mindestens 38 Arten wurden damit in Verbindung gebracht. Besonderheit: Steif borstig, blauviolett blühend; sonnig, trocken, mager. | |
| Gewöhnlicher Schneeball Wissenschaftlicher Name: Viburnum opulus | Heilpflanze/ Heilwirkung: Rinde traditionell krampflösend; unreife Früchte, Blätter und Rinde können giftig sein. Kultur/ frühere Verwendung: Reife Früchte regional für Gelee/Marmelade; beliebtes Ziergehölz. Vermehrung: Samen, Stecklinge, abgesenkte Zweige. Insektenfreundlichkeit: Blüten besonders für Fliegen und andere Insekten; Früchte für Vögel. Besonderheit: Frische bis feuchte Standorte; rote Winterfrüchte. | |
| Großer Ehrenpreis Wissenschaftlicher Name: Veronica teucrium | Heilpflanze/ Heilwirkung: Ehrenpreis-Arten wurden früher volksmedizinisch genutzt; keine zentrale heutige Arzneipflanze. Kultur/ frühere Verwendung: Wild- und Zierstaude für sonnige, trockene Flächen. Vermehrung: Samen, Teilung. Insektenfreundlichkeit: Pollen und Nektar für Bienen und andere Insekten. Besonderheit: Auffällige blauviolette Blütenstände. | |
| Heide-Nelke Wissenschaftlicher Name: Dianthus deltoides | Heilpflanze/ Heilwirkung: Keine bedeutende Heilpflanze. Kultur/ frühere Verwendung: Alte Wild-/Zierpflanze für Heide und Naturgarten. Vermehrung: Samen/Selbstaussaat. Insektenfreundlichkeit: Nektar für Schmetterlinge, Hummeln und andere Insekten. Besonderheit: Typisch für magere, trockene Wiesen und Heiden. | |
| Johannisbeere Wissenschaftlicher Name: Ribes rubrum | Heilpflanze/ Heilwirkung: Vor allem vitaminreiches Obst; Blätter traditionell ebenfalls genutzt. Kultur/ frühere Verwendung: Alte Beerenobstkultur: Saft, Gelee, Marmelade, Kuchen. Vermehrung: Stecklinge; Kultur meist vegetativ. Insektenfreundlichkeit: Frühe Blüten für Bienen/Hummeln; Früchte für Vögel. Besonderheit: Klassische Nutzpflanze des Hausgartens. | |
| Karthäuser-Nelke Wissenschaftlicher Name: Dianthus carthusianorum | Heilpflanze/ Heilwirkung: Keine bedeutende Heilpflanze. Kultur/ frühere Verwendung: Alte Bauerngarten- und Zierpflanze; heute Naturgartenpflanze. Vermehrung: Samen/Selbstaussaat. Insektenfreundlichkeit: Nektarreich; besonders für Schmetterlinge und langrüsselige Bestäuber. Besonderheit: Name geht auf Kartäuser-Mönche zurück. | |
| Kleinblütige Bergminze Wissenschaftlicher Name: Calamintha nepeta | Heilpflanze/ Heilwirkung: Traditionell aromatisch als Tee; keine zentrale Arzneipflanze. Kultur/ frühere Verwendung: Duft-, Gewürz- und Zierstaude. Vermehrung: Samen, Teilung, Stecklinge. Insektenfreundlichkeit: Lange Blütezeit und viel Nektar; wertvoll für Wildbienen/Hummeln. Besonderheit: Trockenheitsverträglich und aromatisch. | |
| Knolliges Mädesüß Wissenschaftlicher Name: Filipendula vulgaris | Heilpflanze/ Heilwirkung: Traditionell volksmedizinisch genutzt; heute eher Wild-/Zierpflanze. Kultur/ frühere Verwendung: Heil-, Duft- und Zierpflanze der Wiesen. Vermehrung: Samen, Teilung/Rhizome. Insektenfreundlichkeit: Offene Blütenstände für viele kleine Insekten. Besonderheit: Bevorzugt eher trockene, magere Wiesen. | |
| Kugelweide / Purpur-Weide Wissenschaftlicher Name: Salix purpurea | Heilpflanze/ Heilwirkung: Keine bedeutende eigene Heilpflanzennutzung; Weiden allgemein wichtige Salicylatquelle. Kultur/ frühere Verwendung: Sehr alte Flechtpflanze: Körbe, Zäune, Flechtwerk. Vermehrung: Steckhölzer sehr einfach. Insektenfreundlichkeit: Sehr frühe, wichtige Insektenweide. Besonderheit: Biegsame Zweige; auch zur Ufer-/Böschungssicherung. | |
| Moschusmalve Wissenschaftlicher Name: Malva moschata | Heilpflanze/ Heilwirkung: Malven sind traditionelle Schleimstoffpflanzen; Moschusmalve heute eher Wild-/Zierpflanze. Kultur/ frühere Verwendung: Verwandte Malven traditionell als Gemüse und Heiltee. Vermehrung: Samen/Selbstaussaat. Insektenfreundlichkeit: Sehr gute Bienen- und Hummelpflanze. Besonderheit: Fein geschlitzte Blätter, zart rosa Blüten. | |
| Pechnelke Wissenschaftlicher Name: Lychnis viscaria | Heilpflanze/ Heilwirkung: Keine bedeutende Heilpflanze. Kultur/ frühere Verwendung: Alte Zier-/Wildstaude; klebrige Stängel namensgebend. Vermehrung: Samen, Teilung. Insektenfreundlichkeit: Blüten für Bienen/Hummeln und Schmetterlinge. Besonderheit: Klebrige Stängel können kleine Krabbeltiere abhalten. | |
| Pfirsichblättrige Glockenblume Wissenschaftlicher Name: Campanula persicifolia | Heilpflanze/ Heilwirkung: Keine bedeutende Heilpflanze. Kultur/ frühere Verwendung: Alte Garten-/Bauerngartenpflanze. Vermehrung: Samen, Teilung. Insektenfreundlichkeit: Campanula-Arten sind wichtige Pollen-/Nektarquellen; einige Wildbienen sind spezialisiert. Besonderheit: Hohe blauviolette Glockenblüten. | |
| Prachtnelke Wissenschaftlicher Name: Dianthus superbus | Heilpflanze/ Heilwirkung: Keine bedeutende heutige Heilpflanze. Kultur/ frühere Verwendung: Auffällige Zier- und Wiesenpflanze. Vermehrung: Samen, Teilung. Insektenfreundlichkeit: Duftende Blüten für Schmetterlinge und andere langrüsselige Bestäuber. Besonderheit: Stark gefranste Blüten. | |
| Rosmarinweide Wissenschaftlicher Name: Salix rosmarinifolia | Heilpflanze/ Heilwirkung: Keine bedeutende klassische Heilpflanze. Kultur/ frühere Verwendung: Zier- und Landschaftsgehölz. Vermehrung: Sehr leicht über Steckhölzer. Insektenfreundlichkeit: Wie andere Weiden frühe Pollen-/Nektarquelle. Besonderheit: Schmale, rosmarinähnliche Blätter. | |
| Salbei-Gamander Wissenschaftlicher Name: Teucrium scorodonia | Heilpflanze/ Heilwirkung: Traditionell ähnlich Salbei als Wundmittel; keine gesicherte Standard-Heilanwendung. Kultur/ frühere Verwendung: Heimische Wild- und Zierstaude für naturnahe Gärten. Vermehrung: Samen, in Kultur auch Teilung. Insektenfreundlichkeit: Lippenblüten werden von verschiedenen Blüteninsekten besucht. Besonderheit: Typische, salbeiähnliche Blätter; heimische Art. | |
| Sand-Nelke Wissenschaftlicher Name: Dianthus arenarius | Heilpflanze/ Heilwirkung: Keine nennenswerte Heilpflanzennutzung. Kultur/ frühere Verwendung: Standorttypische Sandrasen- und Zierpflanze. Vermehrung: Samen; vegetativ möglich. Insektenfreundlichkeit: Duftende Blüten für langrüsselige Insekten. Besonderheit: An magere, sandige Böden angepasst. | |
| Schafgarbe Wissenschaftlicher Name: Achillea millefolium | Heilpflanze/ Heilwirkung: Sehr bekannte traditionelle Heilpflanze, u. a. bei Verdauungs-beschwerden und zur Wundpflege. Kultur/ frühere Verwendung: Seit Jahrhunderten Heil- und Aromapflanze. Vermehrung: Samen, Teilung, Ausläufer. Insektenfreundlichkeit: Sehr gute, vielseitige Insektenpflanze. Besonderheit: Robust und schnittverträglich. | |
| Sonnenröschen Wissenschaftlicher Name: Helianthemum nummularium | Heilpflanze/Heilwirkung: Keine zentrale Heilpflanze. Kultur/frühere Verwendung: Steingarten-/Trockenrasenpflanze. Vermehrung: Samen, Sorten auch Stecklinge. Insektenfreundlichkeit: Offene Blüten als Pollenquelle für Wildbienen. Besonderheit: Typische Trockenrasenpflanze; blüht bei Sonne besonders reich. | |
| Stachelbeere Wissenschaftlicher Name: Ribes uva-crispa | Heilpflanze/ Heilwirkung: Vor allem Lebensmittel; keine zentrale Heilpflanze. Kultur/ frühere Verwendung: Alte Obstkultur für Kompott, Kuchen und Konfitüre. Vermehrung: Stecklinge, Absenker, Veredelung. Insektenfreundlichkeit: Frühe Blüten für Bienen/Hummeln; dorniger Strauch bietet Struktur. Besonderheit: Beeren meist behaart, Triebe dornig. | |
| Thymian Wissenschaftlicher Name: Thymus vulgaris | Heilpflanze/ Heilwirkung: Wichtige Heil- und Gewürzpflanze, traditionell besonders bei Husten/Erkältungen. Kultur/ frühere Verwendung: Seit Jahrhunderten Küchengewürz und Arzneipflanze. Vermehrung: Samen, Stecklinge, Teilung. Insektenfreundlichkeit: Sehr gute Nektarpflanze für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Besonderheit: Ätherische Öle, u. a. Thymol/Carvacrol. | |
| Wiesen-Margerite Wissenschaftlicher Name: Leucanthemum vulgare | Heilpflanze/ Heilwirkung: Keine bedeutende Heilpflanze. Kultur/ frühere Verwendung: Alte Wiesen- und Zierpflanze; Symbol für artenreiche Wiesen. Vermehrung: Samen, Teilung. Insektenfreundlichkeit: Offene Blütenkörbchen für Wildbienen, Schwebfliegen und Käfer. Besonderheit: Typisch für extensiv genutzte Wiesen; späte Mahd fördert sie. | |
| Wiesensalbei Wissenschaftlicher Name: Salvia pratensis | Heilpflanze/ Heilwirkung: Salbei-Arten sind klassische Heilpflanzen; Wiesen-Salbei selbst weniger arzneilich genutzt. Kultur/ frühere Verwendung: Alte Wiesen- und Zierpflanze. Vermehrung: Samen/Selbstaussaat. Insektenfreundlichkeit: Sehr gute Hummel- und Bienenpflanze. Besonderheit: Bestäubung über den typischen Salbei-Hebelmechanismus. | |
| Wiesen-Schlüsselblume Wissenschaftlicher Name: Primula veris | Heilpflanze/ Heilwirkung: Traditionelle Heilpflanze; Primelblüten/-wurzel werden bei Erkältungs-husten genutzt. Kultur/ frühere Verwendung: Alte Wiesen- und Bauerngartenpflanze. Vermehrung: Samen, Teilung. Insektenfreundlichkeit: Frühe Nektar-/Pollenquelle für Hummeln und andere Frühjahrsinsekten. Besonderheit: Gelbe, orange gefleckte, duftende Blüten. | |
| Wilde Karde Wissenschaftlicher Name: Dipsacus fullonum | Heilpflanze/ Heilwirkung: Traditionelle Volksheilpflanze, vor allem äußerlich; keine belegte Wirksamkeit gegen Borreliose. Kultur/ frühere Verwendung: Fruchtstände früher zum Aufrauen von Wolle; stärker genutzt wurde die Weber-Karde. Vermehrung: Zweijährig, Aussaat und häufig Selbstaussaat. Insektenfreundlichkeit: Blüten für viele Insekten; Samen später für Vögel wie Stieglitze. Besonderheit: Bis ca. 2 m; Blattbasen bilden Wasserbecken. | |
| Wirbeldest (GlinoRedium vulgare) | Heilpflanze/ Heilwirkung: Blätter traditionell als Gewürz und Tee. Kultur/ frühere Verwendung: Früher und heute Würz-/Teepflanze und Wildstaude. Vermehrung: Samen und Ausläufer. Insektenfreundlichkeit: Nektarreich; besonders Hummeln und andere langrüsselige Insekten. Besonderheit: Bildet Ausläufer und kann Flächen besiedeln. |